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Die kombinierte Bilanzsumme von Zentralbank und Geschäftsbanken hat in beiden Währungsräumen (links USA, rechts Eurozone) im abgebildeten Zeitraum zugenommen. Besonders eindrücklich ist im Euroraum zu erkennen, dass der Rückgang der Bilanzsumme der Geschäftsbanken  durch eine EZB-Bilanzausweitung mehr als ausgeglichen wurde. Die Zentralbanken haben die Macht, das Schrumpfen der Bankbilanzen und damit der Kredit- und Geldmengen zu verhindern.

Der Bankenapparat in der Eurozone ist überdimensional groß. Die gesamte Bilanzsumme der Eurozonen-Banken beläuft sich auf 292 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) im Euroraum.  Dagegen erscheint der US-Bankenapparat sehr klein: Die gesamte Bilanzsumme aller US-Banken beläuft sich nur auf 82 Prozent des US-BIP.

Die Zentralbank und die jeweiligen Geschäftsbanken sollte man als eine Einheit betrachten, die eng zusammenwirken. Dabei hat die Notenbank ein planwirtschaftliches Monopol der Geldproduktion inne, in dem sie Zinssätze diktatorisch festsetzt und die Regeln der Kredit- und Geldmengen-Ausweitung bestimmt.

Das unablässige Ausweiten der Geldmenge durch Bankkreditvergabe sorgt für steigende Güterpreise und vermindert somit stetig die Kaufkraft des Geldes.

Im Euroraum sind die Auswüchse des ungedeckten Euro unübersehbar. Nach Jahren der exzessiven Kredit- und Geldmengenvermehrung, für die die EZB gesorgt hat, beläuft sich die Bilanz des Euro-Bankensektors derzeit auf ungefähr 31 Billionen Euro. Das ist ein Zuwachs von rund 120 Prozent in-nerhalb der letzten 20 Jahre. Ende 1998 lag die Summe noch bei 14,1 Billionen Euro. Die Güterproduktion ist im gleichen Zeitraum dagegen nur um 32 Prozent gestiegen.

Weil die Geldmenge in diesem Fiatgeld-System immer schneller wächst als die Wirtschaft, verliert das Geld im Laufe der Zeit an Kaufkraft.

War der Bankenapparat vor Ausbruch der Krise in 2008 bereits “zu groß”, so ist er jetzt erst recht “zu groß”, denn die Bilanzsumme der Zentralbank plus der kumulierten Bilanzsumme der Geschäftsbanken ist deutlich angestiegen, vor allem im Euroraum. Wohin wird das führen? Die EZB wird mit all ihrer Macht verhindern, dass die Bilanzsumme der Banken, und somit die Geldmenge abnimmt, weil das eine Rezession, vielleicht auch Depression und sogar auch das Euro-Ende bedeuten könnte.

Zur abnehmenden Geldmenge kommt es durch Kredit-Tilgung und Kredit-Ausfall. Diese Geldmengen-Reduzierungen müssen permanent durch Vergabe neuer Kredite mehr als ausgeglichen werden.

Daher wird die EZB den Bankenapparat weiterhin großzügig mit Kredit und Geld versorgen. In diese Richtung deuten auch die eingangs erwähnten EZB-Beschlüsse. Eine solche Politik der ständigen Geldmengen-Ausweitung schwächt die Kaufkraft des Euro. Dies ist von der EZB beabsichtigt, denn verschuldete Staaten und andere Marktteilnehmer sollen aus ihren Schulden herauswachsen können.

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